Studie: Qumran-Gemeinschaft nutzte 364-Tage-Kalender, bevor sie ihn aufgab

Eine Studie der Tel Aviv University vertritt die These, dass die Qumran-Gemeinschaft ihren 364-Tage-Kalender in ihrer prägenden Phase im zweiten Jahrhundert vor der Zeitrechnung tatsächlich nutzte, anstatt ihn lediglich als theoretisches Ideal zu betrachten. Durch die genau 52 Wochen fiel jedes Fest stets auf denselben Wochentag; das jährliche Defizit von etwa eineinviertel Tagen verschob die Festzeiten jedoch allmählich gegenüber den Jahreszeiten. Prof. Eshbal Ratzon argumentiert, diese Verschiebung habe das System unpraktikabel gemacht. Ihrer Darstellung zufolge ermöglichten verbesserte Beziehungen zum hasmonäischen König Alexander Jannaeus der Gemeinschaft anschließend, den Kalender des Tempels zu übernehmen und zugleich ihr ursprüngliches System als religiöses Ideal und Identitätssymbol zu bewahren.